Marcel Kauven: Erfahrungsbericht vom 2. „Junge CSG“ Treffen in Erfurt

Junge CSG Treffen in Erfurt 2021
Junge CSG Treffen in Erfurt 2021

Mit wenig bis keinen Erwartungen reiste ich zum zweiten Treffen der Jungen CSG am letzten März-Wochenende nach Erfurt. Im Vorfeld habe ich mal ein regionales CSG-Treffen besucht, wusste jedoch nicht so recht, wie ich die Junge CSG für Personen bis 35 Jahre so recht einordnen sollte.

Vor Ort traf ich abgesehen vom CSG-Vorstand, der sich aus einer Generation „Früh-Geborener“ zusammensetzt, auf eine heterogene Gruppe jüngerer Leute, die das Schicksal verbindet Clusterkopf oder Angehöriger eines Betroffenen zu sein. Wie sich schnell herausstellte hatte diese ungewollte Gemeinsamkeit den Vorteil schnell mit den anderen Teilnehmern in Kontakt zu kommen und diese über den typischen Cluster-Small-Talk hinaus kennenzulernen. So war die Atmosphäre beim ersten gemeinsamen Abendessen schon so ungewöhnlich entspannt und vertraulich, dass einem erfolgreichen Folgetag, abgesehen von möglichen Clusterattacken, nichts im Wege stand.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es am Samstag zügig und motiviert ans Eingemachte. Neben Themen wie der Optimierung des Onlineauftrittes der Jungen CSG wurde im Vorfeld jedem Teilnehmer die Möglichkeit geboten Wunschthemen einzureichen und diese vor Ort den Anwesenden zu präsentieren und Feedback einzuholen. Die Auskunftsbereitschaft und Tiefgründigkeit in der Kommunikation empfand ich dabei als besonders bemerkenswert. So trafen doch Personen aus den unterschiedlichsten Gegenden des Landes aufeinander, die einander an diesem Wochenende teilweise zum allerersten Mal begegneten. Der offene Austausch verbunden mit der Motivation andere junge Leute zu unterstützen, die die Junge CSG möglicherweise aktuell noch nicht kennen, war durchweg beispielhaft und sorgte für eine positive Tagungs-Atmosphäre. Spätestens an dieser Stelle wurde mir klar, dass sich die Anreise bereits vollends gelohnt hatte.

Ehe ich mich als Neuling versah, fühlte ich mich bereits als ein Teil einer ehrenamtlich agierenden Gruppe junger Leute, die sowohl einander als auch den Angehörigen von Clusterköpfen mit Rat und Tat zur Seite stehen und bereit sind ihre Erfahrungen für ein besseres Leben mit der chronisch-neurologischen Erkrankungen zu teilen. Ein verdammt großartiges Gefühl!

Trotz der unterschiedlichen Lebensphasen und Ausprägungen der Erkrankung verlief der Austausch unter den Augen des Vorstandes sehr zielgerichtet, mit vielen Ideen und der allgegenwärtigen Bereitschaft jedes Einzelnen seinen aktiven Beitrag zur Jungen CSG zu leisten. So wurden nicht nur Beschlüsse für kurzfristige Aktivitäten gefasst, sondern auch Grundsteine für Projekte gelegt, die mittelfristig allen jungen Clusterköpfen da draußen zur Verfügung stehen sollen. Moderne Kommunikationskanäle bieten die Möglichkeit sich untereinander in der Folge des Treffens weiter intensiv über die Inhalte auszutauschen und die Projekte fortzusetzen.

Das Wochenende in Erfurt war für mich rückblickend sozial-gesellschaftlich wie auch inhaltlich eine immense Bereicherung. Besonders angetan war ich von dem familiären und stets respektvollen Umgang unter allen Beteiligten. Der gegenseitige Zuspruch von Mut und Zuversicht hat mir hinsichtlich der eigenen Erkrankung einen unglaublich positiven, mentalen Schub gegeben und mir vor Augen geführt wie stark jeder einzelne Clusterkopf und Angehöriger trotz teils erheblicher gesundheitlicher Beeinträchtigung doch ist. Ich freue mich sehr ein Teil der Jungen CSG zu sein und lade jeden Betroffenen herzlich ein uns kennenzulernen und gerne ein Teil von uns zu werden.

Wir freuen uns auf dich!

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Von Marcel Kauven

Marcel ist selbst von Clusterkopfschmerz betroffen und ist seit März 2021 "Junge CSG" Mitglied.